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Präsentationen mit Folie

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An der Universität und auf Konferenzen kommt man viel mit Vorträgen in Berührung. Ein unterstützendes Element für jeden Vortrag sind die Folien. Einige Beispiele, was man alles falsch machen kann, möchte ich in diesem Blog-Beitrag vorstellen. Die hier vorgestellten Folien sind Nachbauten real-existierender Folien, die ich zum Schutz der Persönlichkeit nicht direkt zeige.

Viel Text auf Folien


Viel Text

Leute lesen gerne. Also, warum sollte man ihnen nicht viel Text vorsetzen? Ziel von Vorträgen ist es, Informationen kurz und präzise auf den Punkt zu bringen. Das unterscheidet eine Präsentation von der dazugehörenden Ausarbeitung, wo ins Detail gegangen wird und jeder Satz ausgefeilt wird.

Es ist natürlich verlockend, den Text aus der Ausarbeitung direkt auf die Folie zu kopieren, schließlich steckt da ja schon Arbeit drinnen. Wenn dann diese Folien aufgelegt werden, gibt es zwei Verhaltensweisen: Entweder der Vortragende liest den Text Wort für Wort vor (beliebt bei Leuten, die nicht frei sprechen können oder die Sprache nicht sicher beherrschen) oder der Vortragende erzählt den Inhalt mit eigenen Worten und der Zuhörer muss sich entscheiden, ob er zuhört oder liest.

Meiner Meinung nach sind Aufzählungspunkte (evtl. gestaffelt, maximal zweizeilig) mit Satzfragmenten in den meisten Fällen die beste Darstellungsform. Einzige Ausnahmen, wo mehrzeilige Textpassagen erlaubt sind, sind Zitate (möglichst knapp halten und immer Referenz nennen) oder Definitionen.

Spielen mit Farben


Farben

Farben sind eine tolle Sache: Man kann damit viele Informationen schön sauber getrennt visualisieren. Problem ist, daß man sich nicht immer darauf verlassen kann, wie die Licht- und Präsentationsverhältnisse vor Ort sind. Es kommt öfters vor, daß eine helle Deckenlampe auf eine Leinwand scheint und den Kontrast der projezierten Folie reduziert. Dünne Linien auf einem Hintergrund mit ähnlicher Farbe helfen auch nicht weiter. Vielleicht sehen nicht alle Zuschauer sehr gut oder sind farbenblind.

Diese Überlegung machen nicht alle, denn es kommt durchaus vor, daß grau auf blau gesetzt wird (siehe Beispiel). Schwacher Kontrast und schwer lesbare Folien ermüden den Leser/Zuhörer, macht das Verstehen von Beispielen schwierig und schließlich verliert man den Zuhörer komplett. Viel besser ist es, Folien mit weißem oder sehr hellem Hintergrund und dunkler Schrift zu verwenden. Das mag vielleicht konservativ wirken, dafür kann es jeder lesen. Wird eine Grafik sowohl in einer schriftlichen Veröffentlichung, als auch in der Präsentation verwendet werden, sollte die Papierfassung schwarz-weiß mit dünnen Linen und die Folienfassung bunt, aber mit wesentlich dickeren Linien und größerer Schrift dargestellt werden.

Folien mit Informationen überladen


Riesige Tabelle

Eine Folie, die auf mehrere Quadratmeter vergrößert wird, macht es verlockend, riesige Informationsmengen darauf unterzubringen. Problem ist, daß man damit seine Zuhörer überfordert. Wenn sich ein Zuhörer für Details interessieren sollte, kann nach dem Vortrag nachgefragt oder -gelesen werden.

Wie das Beispiel rechts zeigt, sind nicht alle Vortragende der gleichen Meinung. Schließlich wurde viel Zeit und Aufwand in Versuche gesteckt, also warum sollte man diese Informationen nicht zeigen? Die Antwort ist einfach: In dieser riesigen Datenmenge sieht niemand, was der wissenschaftliche Beitrag des Vortrags ist. Weniger ist mehr, wenn man sich auf ausgewählte Werte beschränkt und diese dafür um so detailierter beschreibt.

Graphen und Plots


Plot

Plots sind ein Thema für sich: Bei der Visualisierung von Daten muss natürlich die richtige Darstellungsform gewählt werden und die Daten auch in den richtigen Kontext gestellt werden. Visualisierungsprogramme wie GNUPlot oder OpenOffice Calc bieten eine große Auswahl an Darstellungstilen und nicht jeder Vortragende hat ein Gespür für die richtige Technik.

In dem Beispiel rechts ist auf wird unterstellt, daß die horizontal verlaufenden Linien einen sequentiellen Zusammenhang (z.B. Wertentwicklung über Zeit) darstellen. Tatsächlich listet die X-Achse nur die Instanzen auf; deren Reihnfolge ist aber willkürlich und somit auch der Linienverlauf im Plot.

Folien richtig machen

Und wie macht man jetzt Folien richtig gut? Das ist fast schon eine Wissenschaft an sich. Es hängt ab vom persönlichen (Vortrags-)Stil, Zielpublikum, Art und Umfang der zu präsentierenden Informationen, Zeitrahmen und weiteren Faktoren. Lesenswert zu dem Thema ist u.a. das Presentation Zen.

Ich persönlich benutze das Beamer-Paket mit LaTeX, zu dem ich einen einfachen Stil selber entwickelt habe. Einfacher Aufbau, nicht überladen, kontrastreiche Farben (schwarz/blau auf weiß).

Eigene Folien im Einsatz

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Written by Thomas Fischer

April 29, 2007 at 0:00

Posted in LaTeX, University

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